Wie geht Nachhaltigkeit im Wohnwagen?

Verarbeitung nachhaltiger Materialien am Beispiel Leinen

Nachhaltigkeit hat in unserem Alltag eine große Bedeutung und steht für ein gestiegenes Bewusstsein im Umgang mit unserer Umwelt. Als Unternehmen, das seinen Kunden ganz individuelle Freizeiterlebnisse und Urlaube ermöglicht, ist für uns von LMC Caravan die intakte Natur als Erlebnisraum eine essentielle Voraussetzung.

Nachhaltig in die Zukunft zu gehen, bedeutet für uns sowohl Umweltgesichtspunkte als auch soziale und wirtschaftliche Gesichtspunkte gleichberechtigt zu betrachten. In dieser Blogreihe “Nachhaltigkeit im Wohnwagen” zeigen wir, wie LMC den Wandel zu einem intensiveren Einsatz von ökologischen Materialien vollzieht.

Thema 1: Naturfaser-Rollos

Mittlerweile bereits in zwei Wohnwagenbaureihen eingesetzt (im Tandero und Style), zeigen wir am Beispiel der Naturfaser-Rollos, wie der Fokus auf natürliche Materialien gelegt wird.

Die Wohnwagenbaureihe Tandero ist im Modelljahr 2022 erschienen. Für die LMC-Produktmanager ist diese Baureihe ein besonderer Schritt in eine neue Designrichtung gewesen sowie ein Initiator-Modell für den bewussten Einsatz nachhaltiger Materialien. Das Interieur ist modern im Japandi-Design gestaltet und verbindet eckige, kantige Elemente mit runden, die sich harmonisch einfügen. Ergänzend zu dem ruhigen Möbelbau schaffen Naturmaterialien als Accessoires ein Ambiente aus Wärme und Gemütlichkeit. Auch im Facelift der neuen Style-Baureihe (Modelljahr 2023) wurde auf die Naturfaser-Rollos zurückgegriffen. Passend zum Innenraumdesign im ruhigen

Salbeiton („die Farbe der Natur“) und hellem Eichendekor bringen die ökologischen Textilien an den Fenstern – wie im Tandero – die Natur mitten in den Wohnwagen.

Woraus bestehen die Naturfaser-Rollos?

Für die Naturfaser-Rollos im Tandero und Style haben die LMC Produktdesigner Leinen gewählt, da es sich hervorragend für den Einsatz als Gardine oder Rollo eignet. Leinen filzt nicht, ist uninteressant für Motten und kann mit schwachen Laugen und organischen Lösungsmitteln gut gereinigt werden.

Wodurch zeichnet sich Leinen eigentlich aus?

  • hohe Zugfestigkeit, die im nassen Zustand zunimmt
    (Höchstzugkraft: trocken 55cN/tex, nass 60 cN/tex)
  • gute Verschleißfestigkeit
  • hoher Scheuerwiderstand
  • hohe Feuchtigkeitsaufnahme
  • klimaaausgleichend
  • antistatisch und ziehen keinen Staub an
  • sehr gute Hitzebeständigkeit
  • sehr gute Waschfestigkeit
  • Leinengewebe kühlt
  • Leinenfasern flusen nicht und sind schmutzabweisend
  • allergikergeeignet
  • bakterizid (resistent gegenüber Bakterien und Pilzen)

Wie erkennt man Leinengewebe?

Man erkennt Leinen an der steifen Griffigkeit und den flammartigen Verdickungen. Ein natürlicher Glanz ist sichtbar und je nach Röste ist die Farbe des Leinens hellblond bis silbergrau. Hier gilt die Regel: je heller die Farbe ist desto wertvoller die Leinenfaser.

In den Wohnwagen-Baureihen Tandero und Style wurde explizit darauf geachtet, einen 100-prozentigen Reinleinen zu verwenden, um neben der gemütlichen Atmosphäre auch eine gute Qualität zu bieten. Die blickdichten Rollos können mit einer Kordel variabel hochgerafft werden und so die für Sie passende Position einnehmen.

Tipp aus unserem Produktmanagement:

Leinengewebe können mit Kochtemperatur gewaschen und mit höchster Bügeleiseneinstellung gebügelt werden, aber ACHTUNG: Das Gewebe läuft ein!
Waschen Sie Ihren Leinenstoff am besten bei 30 Grad und 800 Umdrehungen.

Von der Faser zum Textil: die Entstehung von Leinen

Leinen wird aus der Flachspflanze gemacht. Die Fasern des Flachs werden aus den 60 – 100 cm hohen Stängeln der Pflanze gewonnen. Diese Fasern (Bast) sind als Bündel innenliegend, der Länge nach in der Rinde des ganzen Stängels zu finden. Die botanische Bezeichnung der Flachspflanze “Linum usitatissimum“ bedeutet: “der für den Gebrauch geeignetste Lein” und ist somit Namensgeber für Leinen.

Vom Raufen, Riffeln und Rösten zum Trocknen, Hecheln und Spinnen

Das Raufen, als erster Arbeitsschritt, bezeichnet beim Erntevorgang die Trennung der Fasern von der Rinde. Durch eine Riffelmaschine werden Samenkapseln entfernt. Diesen Vorgang nennt man Riffeln. Anschließend werden die gebündelten Flachsstängel gebündelt und drei bis fünf Tage geröstet und getrocknet. Die dabei entstandene Holzschicht wird durch das Brechen mit unterschiedlichen Walzenpaaren zerstört. Hierbei entsteht das Brechflachs, das durch Flügelräder von letzten Holzteilchen befreit wird und so im nächsten Arbeitsschritt als Schwingflachs bezeichnet wird.

Das Schwingflachs wird parallelisiert und die kurzen Fasern werden ausgekämmt. Diesen Vorgang nennt man Hecheln und das Resultat Hechelflachs, der nun zu Garnen versponnen werden kann.

Beim Spinnen entstehen die Unterschiede in der Verarbeitung. Verwendet man beim Spinnen zu 100 % Leinen aus Flachs, spricht man von Vollleinen oder Reinleinen. Mischt man beim Spinnen einen Anteil Baumwolle hinzu, spricht man von Halbleinen.

Zur Geschichte des uralten Superstoffs Leinen

In einer prähistorischen georgischen Höhle entdeckten Archäologen 2009 gewebten Leinenstoff und erbrachten somit den Nachweis, dass Leinen bereits vor 36.000 Jahren als Stoff für Bekleidung genutzt wurde. Rund 4.500 v. Chr. wurden in Ägypten Leichentücher aus Leinen für die Mumifizierung von Tutenchamun und Ramses II genutzt. Das Proargument für Leinen ist die Resistenz gegenüber Pilzen und Bakterien.

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